Abstract
Künstler_in/Aktivist_in/Wissenschaftler_in
bezeugend
zeitgenössisch; co-temporär; co-performativ;
Repertoire der Uneinigkeiten
Bruch; Widerstand
hybrid, verkörpert und reflexiv
bescheiden, engagiert und verpflichtet; dialogisch; intersubjektiv
Menge; Agonismus
Communitas
p-e-r-f-o-r-m-a-t-i-v
Auto-Ethno-Graphie
„Ich bin eine Informationen sammelnde Spionin”, scherzte ich üblicherweise, als mich die Leute fragten, was ich denn eigentlich mache, „manchmal für die Institutionen, manchmal für meine Kolleg_innen”. Als Künstlerin/Wisenschaftlerin habe ich meine Doktorarbeit über die performativen Praktiken in Kunst und Aktivismus im Post-Handover Hongkong durchgeführt. Dieser Witz rettet mich jedoch nicht aus der Verworrenheit, da die Kolleg_innen, mit denen ich arbeitete, in ihren performativen und aktivistischen Arbeitsweisen ebenso „widerspenstig” wie ich waren. Die Erforschung ephemerer und prekärer Praktiken erfordert einerseits besondere Sorgfalt und spezifische Methoden, insbesondere im institutionellen Umfeld. Andererseits erwies sich die pro-demokratische Occupy- oder Umbrella-Bewegung im Jahre 2014, die einst von der Hoffnung der Menschen auf Veränderung gnährt war, als ein Trauma des Scheiterns, der sukzessiven Verfolgung und weiterer Unterdrückung. Wenn ein_e Künstler_in ein_e Gelehrte_r wird; wenn Performance zur verkörperten Forschung wird; wenn Forschung Aktivismus ist: da gelüstet es mich von Zeit zu Zeit zu einer Gratwanderung. Wie kann eine „performative Autoethnographie” entwickelt und eingesetzt werden, um die Konstruktion und Konstruiertheit unserer Erinnerungen, Erfahrungen und unseres Wissens als ein dialogisches, gemeinsames und kritisches Projekt neu zu durchdenken und re-imaginieren, welches den Status quo herausfordert, destabilisiert oder sogar verändert? Was, wenn dies letztlich weder eine Performance noch eine Ethnographie wäre?