Ein künstlerisches Forschungsprojekt zur Wiederaufführung

Die Online-Sammlung zu ARCHIVES & BEYOND fasst eine Fülle an unterschiedlichen Recherche-, Produktions- und Dokumentationsmaterialien zum künstlerischen Performanceprojekt ARCHIVES & BEYOND (2025) von Pascale Grau und Dorothee Daphi zusammen.

Videodokumentation zum Sammlungs-Launch vom Di. 17.März 2026.

Als Re-Performance bezieht sich ARCHIVES & BEYOND auf die theatrale Inszenierung von HAUSS(a)EGEN, die 1995 auf Kampnagel Hamburg von der Gruppe a. b.* realisiert wurde. Ähnlich wie HAUSS(a)EGEN wurde auch ARCHIVES & BEYOND in kollektiven Arbeitsprozessen entwickelt, deren primäre Inspiration jedoch aus dem historischen Stoff abgeleitet wurden.

Die künstlerische Leitung des mehrschrittiges Re-Performance Projekts ARCHES & BEYOND hatten Pascale Grau und Dorothee Daphi inne, die auch bei HAUSS(a)EGEN beteiligt waren. Hinzu kamen neu Greta Granderath (Ruby Behrmann), Lorena Izquierdo, Ursula Scherrer, Jasminka Stenz und Steffi Weismann.

30 Jahre nach HAUSS(a)EGEN ging ARCHIVES & BEYOND von den historischen Aufzeichnungen, Konzepten und Fragmenten aus, die um aktuelle Diskursen und die künstlerischen Sichtweisen, Praktiken und Expertisen aller Beteiligter erweitert wurden. Vor diesem Hintergrund wurden Fragen im Kontext von "Haus und Macht" im Spannungsfeld zwischen Theater und Performance, zwischen Bühnenwerk und Ausstellungsraum, zwischen Vergangenheit und Zukunft situiert.

Das Projekt wurde in drei Stufen aufgeführt:

Der Produktion ging ein umfangreiches Rechercheprojekt voran mit Workshops (Workshop I und Workshop II) und Interviews - zusammengefasst im Abschlussbericht für die Fördereinrichtung.

Konkretisiert wurde der künstlerisch-forschende Ansatz und die Entwicklung des neuen Stücks bei der Probewoche in Falster(DK), zu der die Künstlerinnen u. A. bereits ihre späteren Performanceideen mitbrachten. Diese wurden, ähnlich wie bereits beim Workshop II, aber spezifischer, sich gegenseitig vorgestellt, Rollen sowie Arbeiten wurden verteilt und die Entwicklung des Stücks weitgehend vorbereitet.
Während der Bezug zwischen den beiden Stücken für Besuchende, welche HAUSS(a)EGEN vielleicht nicht kannten, bei den beiden ersten Aufführungen im Lichthof Theater und im Museum Tinguely insb. durch die filmischen Sequenzen unmittelbar greifbar wurden, bot die Ausstellung im KASKO durch die vielen Artefakte einen haptischeren Zugang. Hinzu kam, dass viele Performance-Fragmente der vorherigen Aufführungen teils in neuer Besetzung und sichtlich weiterentwickelt live re-performt wurden. Die andere Inszenierungsform bot neue Begegnungsoptionen mit den Stücken und den Protagonistinnen sowie Raum zum Nachfragen.

Bild des Saalplans

Saalplan

  1. Artefacts (gedrucktes Banner)
  2. Relikte (z. B. Hausmodelle)
  3. Everything must Change (Paravent + Projektionstexte
  4. Inspirationen (Aussagen der beteiligten Künstlerinnen zum Prozess)
  5. Palimpsest (historische Quelle des ersten Projekttreffens zu HAUSS(a)EGEN)
  6. Audioaufzeichnung der Zeugenberichte zu ARCHIVES & BEYOND I
  7. Recherchestation
  8. Triptychon (Videodokumentationen)
  9. Leuchtkästen mit Analogien zu drei historischen und aktuellen Setzungen.

Neben Zeugenberichten zu den Aufführungen von ARCHIVES & BEYOND I (s.o.) und II und der Dokumentation des Podiumsgesprächs mit allen Beteiligten finden sich weitere Kontextmaterialien wie rezensierend Artikel der Presse, vermittelnde Texte und Reflexionen der künstlerischen Kuratorinnen Pascale Grau und Dorothee Daphi.

BITTE BEACHTEN: DAS ARCHIV IST LEBENDIG - ES GIBT IMMER WIEDER ÄNDERUNGEN - VIELES IST IM FLUSS